Die Rückkehr der Schleiereule

Erstmals steigt die Zahl der Schleiereulenküken im Osthavelland auf über 100 in einem Jahr

Die kleine Schleiereule wurde am vorigen Mittwoch gewogen.
Sie trägt es mit Fassung

Osthavelland. Mühsam ernährt sich nicht nur das Eichhörnchen, sondern auch die Schleiereule. Fehlende Brutplätze und mit Feldgiften belastete Mäuse hatten sie in der Vergangenheit stark gefährdet. Die Arbeitsgruppe “Turmvögel” des NABU Osthavelland hat es sich zum Ziel gesetzt, Schleiereulen, Turmfalken und Dohlen mit Brutstätten zu helfen. Und das hat viel gebracht. Seit 2016 bringt die Gruppe unter Anleitung von Konrad Bauer an Trafo- und Kirchtürme im Osthavelland Nistkästen an, die die Vögel gut annehmen.

Im Fall der Schleiereule sogar so gut, dass nun erstmals in einem Jahr 101 Schleiereulenküken zur Welt gekommen sind. Ein neuer Rekord!

Jedes Jahr sammelt die Arbeitsgruppe Spenden von Privatleuten und Gelder von der Unteren Naturschutzbehörde, um nach und nach mehr Nistkästen aufhängen zu können. Das hat sich bewährt. 2016 hingen 46 Kästen, es gab fünf Schleiereulenbrutpaare mit 22 Küken, sechs Turmfalkenpaare mit 17 Küken und Dohlen konnten zahlenmäßig nicht erfasst werden.

Im kleinen Stoffbeutel befindet sich ein 130 Gramm schweres Schleiereulenküken.
Es wird gerade von einem Mitglied der Arbeitsgruppe Turmvögel gewogen.

Mittlerweile gibt es schon 131 Kästen, 18 Schleiereulenpaare, zehn Turmfalkenpaare und 39 Dohlenpaare. Die Falken kamen in diesem Jahr auf 56 Jungvögel, die Dohlen auf sagenhafte 117 Küken und die Schleiereulen haben – teilweise durch zwei Bruten – 101 Küken bekommen.

Und weil die Brutplatzangebote so gut von den Tieren angenommen werden, ist nun auch die Arbeitsgruppe des NABU noch professioneller geworden: Leiter Konrad Bauer lässt sich gerade im Beringen von Jungvögeln schulen und die neuen Erfassungsbögen für Turmvögel beinhalten nun auch Gewicht- und Spannweitenmessungen für die Vogelnachkommen.

In einem Trafoturm in Ebereschenhof (Nauen) fand die Gruppe vorigen Mittwoch eine Zweitbrut mit sechs Küken. Das größte war beim Wiegen 130 Gramm schwer. “Wir hatten auch schon Jungvögel, die mit mehr als 400 Gramm schwerer als ihre Eltern waren”, sagt Konrad Bauer. Ein ausgewachsenes Schleiereulenweibchen wiegt etwa 400 Gramm, ein Männchen 300 Gramm.

Übrigens: Die größte Zweitbrut gab es dieses Jahr in Ribbeck. Das Gelege umfasste elf Eier. “Sechs Küken davon haben es geschafft, flügge zu werden”, sagt Bauer. Ein wirklich gutes Ergebnis.

Infos und Kontaktdaten zu den Arbeitsgruppen des NABU Osthavelland gibt es unter diesem Link: https://www.nabu-osthavelland.de/arbeitsgruppen/.
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